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6.2.2018

Nachdem ich keine Chemo bekommen, bin ich heute doch zum Friseur gegangen. Christine hat mich begleitet – es wäre eigentlich nicht nötig; aber mir ist es schon lieber, dass sie für mich spricht und nicht das Tablet. Und sie erfüllt mir alle Wünsche.

Beim Hausarzt waren wir auch, wegen der Krankenstandsverlängerung. Der kommt für die Aushändigung von Krankmeldungen und Rezepten immer persönlich heraus; uns hat er gleich als erstes persönlich begrüßt mit „da sind ja die Tapferen“. Mich freut so etwas sehr.

Davor war eine Vertreterin des Mobilen Hospizes der Caritas da. Hospiz klingt für mich nach nahendem Tod, und zwar in einem Grad, der meiner Situation gefühlsmäßig noch nicht entspricht. Aber sie sagen, man soll möglichst früh Kontakt mit ihnen aufnehmen. Es war echt informativ, und es gibt durch Services, die auch „jetzt“ schon nützlich sind, z.B. Beratung bei Pensionsantrag, Pflegegeld, etc. oder eine Art interne Patientenverfügung. Trotzdem hat es nicht zu meinem neuen Gefühl, dass ich doch noch etwas mehr Zeit haben könnte, gepasst.

Diesbezüglich habe ich eh Angst, dass der Traum morgen schon ausgeträumt sein könnte – falls ich gleich die erste Antikörperinfusion nicht vertrage.

Ich habe ein Buch geschenkt bekommen, das für jeden Tag ein Gedicht enthält. Das für heute lautet folgendermaßen.

Scheint dir auch mal das Leben rau,
sei still und zage nicht.
Die Zeit, die alte Bügelfrau,
macht alles wieder schlicht.

Das trifft es recht gut.

6.2.18 20:40

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bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Christian (6.2.18 22:24)
Lieber Christoph,
immer wieder bist und kommst du mir in den Sinn - nicht zuletzt bei den "existenziellen Momenten", die ja auch so ein Therapie- und Supervisionstag wie heute mit sich bringt...
Kardinal König hat ja entschieden dafür gesprochen, dass der Mensch nicht dem Kosten-Nutzen-Kalkül zu unterziehen ist. Wie wahr - und heute mehr denn je! Freilich ist die Frage nach dem Sinn und dem erlebten Wert ("benefit") berechtigt, das wirst du am eigenen Leib spüren und recht entscheiden!
Gestern beendete ich ein Buch "Altern - immer für eine Überraschung gut" von Verena Kast, die mir in den letzten Jahren ja eine liebe Kollegin geworden ist. Im letzten Kapitel nimmt sie den Gedanken des Philosophen W. Weischedel auf, wenn sie vom "abschiedlichen Leben" schreibt: ...Blickt der Mensch seiner Sterblichkeit ins Auge, wird deutlich, was wesentlich ist im Leben, was letztlich zählt." ... Zur Haltung der Abschiedlichkeit - im Sich einlassen und Loslassen - gehört für Weischedel unabdingbar dazu, dass man sich zum Dasein entschließt, sich nicht dieser Welt vorzeitig entzieht.
So mag ich dich darin unterstützen, dich auf das gegenwärtige Leben einzulassen, z.B. zum Friseur zu gehen - und HEUTE zu leben, so gut es geht. Insofern ist die Frage "Wann beginnt das Sterben?" immer auch provokativ, weil sie allzu große Prognose-Sicherheit entlarvt. In dieser Balance von "Widerstand und Ergebung" (Dietrich Bonhoeffer) haben wir am 8. Dezember letzten Jahres gemeinsam gesungen und auch gebetet, so es möglich war.
Jedenfalls bist du mir ein wunderbarer Lebens-Zeuge - und mich verbinden viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen mit dir (nicht nur mit den Händen in der Hosentasche - selbst in heiklen Situationen...)
So wünsche ich dir und euch eine möglichst gute Nacht HEUTE!
Alles Liebe: Christian


Rudi / Website (6.2.18 23:02)
Lieber Christoph,

irgendwie ist es schon eigenartig: Evi und ich unterhalten uns fast täglich über dein "neues" Leben, und das schon seit einiger Zeit. Meist findet das dann am Abend auf unserer Couch statt und bis dato haben unsere Gedanken oft in Fragen geendet, die wir nicht getraut haben auszusprechen. Mit deinem Blog hast du nicht nur einige dieser Fragen beantwortet, du nimmst mir/uns einfach auch die Angst davor, man könnte etwas falsches sagen/fragen/schreiben - und vielleicht geht es ja anderen auch so. Danke für diese Lebenserfahrung!
An dieser Stelle möchte ich auch die Geschichte einer meiner besten Freunde erzählen. Karl (Christine kennt ihn auch noch aus meiner Jugendzeit, bin mit ihm in die Schule gegangen) hat uns am 17. Dez. letzten Jahres unseren Christbaum gebracht, den sie traditionellerweise jedes Jahr um die selbe Zeit von einem Bauer im Burgenland holen. Bei diesem Besuch haben wir unter anderem auch über dich gesprochen. Vorgestern habe ich wieder einmal mit ihm telefoniert und bei diesem Gespräch sind wir wieder auf dich zu sprechen gekommen. Und dann sagt er zu mir: ".... durch Christoph habe ich zu rauchen aufgehört! Als ich das letzte Mal von euch weggehe, denke ich mir das darf ja wohl nicht wahr sein. Da gibt es einen Menschen der alle seine Kraft dazu verwendet, sein Leben zu verlängern und ich Trottel verkürze meines mit dem blöden Rauchen...." Karl hat seither keine Zigarette mehr geraucht.
(mit Tränen in den Augen) - deine Willenskraft berührt sehr viele Menschen....

Christoph, wenn ich es richtig verstehe, dann darf ich den Blog auch innerhalb unserem Freundeskreis weiterleiten?

Ich drücke dir ganz fest die Daumen für die Antikörperinfusion


Annemarie (7.2.18 13:18)
Lieber Christoph!
Für mich ist das Schreiben in einem blog so ganz was Neues. Ich lese täglich deine einträge und die vielen kommentare. Ich bin so positiv überrascht, sprachlos und zugleich auch tief betroffen. Ich bewundere dich so sehr (das ist übrigens nichts Neues), weiß gar nicht, was ich sagen soll. Du hast so viele tolle freunde, die ihre wertschätzung für dich so toll formulieren können, so gute ratschläge für dich haben. Ich kann nur immer wieder betonen, wie großartig du dich all den schwierigkeiten stellst. Dafür bewundere ich dich!dafür danke ich dir auch - ich kann so viel von dir lernen!
Ich danke dir für deine freundschaft - ich danke dir, dass du auch erich ein so guter und treuer freund warst - er hat dich so sehr geschätzt!wie schön waren doch die wochen auf der alm, die wanderungen, das nächtelange spielen.....danke dafür!
Annemarie


Annemarie (7.2.18 13:19)
Lieber Christoph!
Für mich ist das Schreiben in einem blog so ganz was Neues. Ich lese täglich deine einträge und die vielen kommentare. Ich bin so positiv überrascht, sprachlos und zugleich auch tief betroffen. Ich bewundere dich so sehr (das ist übrigens nichts Neues), weiß gar nicht, was ich sagen soll. Du hast so viele tolle freunde, die ihre wertschätzung für dich so toll formulieren können, so gute ratschläge für dich haben. Ich kann nur immer wieder betonen, wie großartig du dich all den schwierigkeiten stellst. Dafür bewundere ich dich!dafür danke ich dir auch - ich kann so viel von dir lernen!
Ich danke dir für deine freundschaft - ich danke dir, dass du auch erich ein so guter und treuer freund warst - er hat dich so sehr geschätzt!wie schön waren doch die wochen auf der alm, die wanderungen, das nächtelange spielen.....danke dafür!
Annemarie
Alles gute für die antikörpertherapie!


Linde (7.2.18 17:32)
Lieber Christoph, ich hoffe sehr die antikörpertherapie ist heute gut gegangen. Ich denke viel und oft an euch beide!!! Liebe Grüsse, linde

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