Letztes Feedback

Meta





 

7.2.2018

Heute war nun die erste Antikörperbehandlung! Ich sitze auf einem bequemen Stuhl und die Infusion rinnt – sehr langsam – in mich hinein.
Zwischendurch ist es aber doch spannend geworden: Mir ist ziemlich plötzlich ziemlich heiß geworden, vor allem im Kopf. Gleichzeitig musste ich aufs Klo, um – wie ständig – meinen Speichel auszuspucken. Und ich musste husten – wie häufig. Die Schwestern kennen mich ja nicht, sie haben daher alle Symptome der Infusion zugerechnet. Dass ich aufs Klo musste, wurde natürlich als Durchfall oder Übelkeit interpretiert. Daher ist in kürzester Zeit ein ziemlicher Wirbel entstanden – alle anwesenden Schwestern waren bei mir, die Infusion wurde gestoppt, sofort war ein Arzt da, dann noch eine (erfahrene) Ärztin, und „mein“ Arzt wurde auch konsultiert. Ich habe Cortison und ein Antihistaminikum bekommen, und nach einer Pause wurde die Infusion ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt.

Zwischendurch ist eine Schwester gekommen, um mit mir die Speisenfolge für das Mittagessen zu besprechen. Ich habe ablehnen müssen 😊, es war ihr ziemlich peinlich – obwohl sie es ja wirklich nicht wissen muss. Mich hat es nicht belastet.

Die Unterbrechung war im Moment ein ziemlicher Rückschlag: Ich vertrage vielleicht dieses teure Zeug nicht, es gibt diese Möglichkeit auch nicht! Jetzt, nachdem es funktioniert hat, geht es mir wieder besser.

 

Ich bemerke gerade, dass ich nicht etwas schreibe, das Ordnung in meine widersprüchlichen Gedanken bringt – was ja meine Intention war. Sondern ich schreibe detailliert über ein Ereignis des Tages. Offenbar schreibe ich das nicht für mich (ich weiss es eh, und es gibt nichts zu klären oder zu bedenken), sondern für euch. Ich hoffe, das ist auch ok?

8.2.18 00:07

Letzte Einträge: 15.5.2018, 17.5.2018, 18.5., 20.5.2018, 21.5.2018, 22.5.2018

bisher 5 Kommentar(e)     TrackBack-URL


gottfried (8.2.18 07:54)
für mich is es absolut o.k., wenn du es auch für uns schreibst. und ich bin wohl der nicht der einzige, der drauf gewartet hat zu erfahren, ob das mit der antikörperbahandlung hinhaut. gut, dass es funktioniert, hoffen wir auf große wirkung! genieße diesen tag! hinterhainbach in vollem schnee!? muss wunderbar sein! ich drück dich fest!


Ernstl (8.2.18 12:45)
Danke für die ausführliche Schilderung, Christoph. Es ist fein, dass es soweit klappt und der tiefe EInblick, den Du uns gewährst, ist ein Ausschnitt Deines Lebens! Wirklichkeit.

Mir kommt der Gedanke: Wir sind im Leben oft darauf angewiesen, die Widersprüchlichkeiten einfach hinzunehmen. Auch die der eigenen Gedanken. Ich halte es für eine menschliche Grundeigenschaft, dass wir nicht "konsistent" sind. Ich vermute, dass das der Komplexität der Wirklichkeit geschuldet ist und daher "in der Natur des Lebens" liegt. Ich will damit sagen: Vielleicht ist es auch ein Option, Unordnung zuzulassen? Sprache sortiert in der Reihenfolge und suggeriert damit Ordnung - die den Dingen aber vielleicht gar nicht inne wohnt.


Sabine (8.2.18 13:16)
Jetzt schreibe ich doch auch einen Kommentar ...
Dein Blog, Christoph, ist so eine wunderbare Sache! Nicht nur, weil es so vieles leichter macht und etwas angestoßen hat, sondern weil ihr BlogleserInnen (dreimal hat Autokorrektur nun auf Bologneser ausgebessert, aber ich habs entdeckt) auch in euren Kommentaren so viele wichtige und schöne Dinge schreibt, über Christoph, wie wichtig er euch ist, über das, wie es früher war und wie es jetzt ist. Und über die ganz allgemein "philosophischen" Dinge, über die man nachdenkt, die mit anderen zu überdenken man aber sonst ja nicht so viel Gelegenheit hat (oder sie nicht wahrnimmt). Ich kenn manche von euch zwar kaum, nur aus Erzählungen oder gar nicht, aber ich danke euch allen dafür!


Ernstl (8.2.18 15:25)
@Sabine

Offenheit erzeugt Offenheit. Ich bin Christoph so dankbar dafür, was er hier tut.
Es führt seine Offenheit dazu, dass andere sich öffnen und - weil es ein Blog ist - auch untereinander.

Für mich ist das ein Beitrag zur ewigen Sinnfrage.
Es entsteht menschliche Nähe.
Weil einer den Mut hat, das Menschlichste öffentlich zu machen.


Manfred (9.2.18 22:39)
Lieber Christoph!
Ernstl hat mir einerseits vom Ernst Deiner Situation und andereseits von diesem Blog berichtet. Ich war natürlich sehr betroffen, und bin es immer noch - und es hat jetzt ein paar Tage gebraucht, dass ich mich auch zu den Bloggern geselle(n kann). Im ersten Moment war ich etwas irritiert, über so zu tiefst persönliche Gedanken so öffentlich zu lesen, im zweiten Moment habe ich gespürt, dass es Dir und auch mir gut tut, sich mitzuteilen und teilzuhaben und in diesem Moment will auch ich die Scheu oder Sorge ablegen, vielleicht etwas falsches oder unpassendes oder etwas, was keiner lesen will, zu schreiben - und Du bist mein Vorbild dafür - Danke!
Ich wünche Dir jedenfalls alle Kraft der Welt und alles Gute und Danke Dir nicht nur für diesen Blog, sondern für Deine Freundschaft! Und zum konkreten Blogeintrag möchte ich noch eine andere Sichtweise einbringen:
Du schreibst " Ich vertrage vielleicht dieses teure Zeug nicht... " - Du solltest die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die (teueren) Antikörper eine "ich bin ein Star - holt mich hier raus" Reaktion zeigten ;-)
Alles Liebe, Gsi

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen