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13.2.2018

Gestern nachmittag war ich noch beim Alternativmediziner, der mich seit fünf Jahren betreut. Meine Form der Antikörpertherapie hält er für vielversprechend, und für diverse Wehwehchen gibt es homöopathische Mittel. Es war recht ermutigend.

Heute war ein sehr ruhiger Tag, keine Besuche, keine Termine. Das war angenehm, hat aber am Nachmittag manchmal in eine leicht depressive Stimmung umgeschlagen.

In meinem Mund ist alles – ich nehme an, in erster Linie die Zunge – ziemlich angeschwollen. Das führt dazu, dass ich nach dem Aufstehen die Zähne kaum zusammen beißen kann. Im Laufe des Tags normalisiert sich das. Heute hat das länger gedauert als sonst, was gleich wieder zu panischen Gefühlen führt: Der Krebs schreitet voran, die Therapie wird zu spät kommen, ich habe viel kürzer zu leben, als ich mir ausmale!

Vom Bauch her rechne ich damit, zumindest den heurigen Sommer und Herbst zu erleben. Mit diesem Zeitraum habe ich mich einigermaßen abgefunden – jedenfalls für jetzt. Das Gefühl ist nicht viel anders als früher, wo ich vom Bauch her mit 80 Jahren gerechnet habe, vielleicht 85 wie Vati. Aber Anzeichen, dass es eventuell schneller gehen könnte als bis zum Herbst, beunruhigen mich sehr. Ich fühle mich um die mir zustehende Zeit betrogen. Dass mein Leben um 25 Jahre kürzer sein wird als „normal“, regt mich nicht mehr so auf. Seltsam.
Als Jugendlicher ist es mir unerträglich erschienen, so wie z.B. meine Eltern weniger Zeit vor sich zu haben als hinter sich. Wie es so weit war, hat es sich dann als leicht erträglich erwiesen (ich habe aber bis mindestens 45 insgeheim damit kokettiert, dass es ja sein könnte, dass die Hälfte noch nicht vorbei ist). Ja, und jetzt ist es auch das Bewusstsein erträglich (wenn auch nicht leicht), dass ich nur mehr eine sehr kurze Zeit vor mir habe.

13.2.18 22:36

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ernstl (14.2.18 17:21)
Lieber Christoph,
ganz viele lesen hier mit... ich habe mich mit niemandem abgesprochen - aber ich bin sicher: An den Tagen/in den Stunden von Leere oder Angst - schreib uns, wenn Du es weißt, was Du von uns brauchst - oder auch, wenn Du das nicht weißt und Dich nur noch drehst. Ein Mailchat ist fast immer möglich und hilft vielleicht manchmal, nicht nur nach innen gekehrt sein zu müssen.

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