Letztes Feedback

Meta





 

10.3.2018

Dass ich nicht mehr lang zu leben habe, daran habe ich mich gewöhnt – es erschüttert mich nicht, es macht mich nur oft wehmütig. Wahrscheinlich ändert sich das, wenn es wirklich eng wird – aber jetzt ist es noch so. Dass ich nicht reden, essen und trinken kann, ist auch schon normal. Aber dass ich nicht einmal annähernd das machen kann, was mit diesen Einschränkungen eigentlich möglich wäre, das macht mich ärgerlich und traurig. Das Fieber und die Schwäche verhindern praktisch, dass ich das Haus verlasse. Dabei wäre es jetzt schön warm. Und von der Zeit im Haus verschlafe ich einen guten Teil, ohne dass es ich danach erholt bin. Ich fühle mich daran gehindert, die wenige Zeit noch zu nützen – und dagegen sträubt sich alles in mir. Von Tag zu Tag hoffe ich, dass es besser wird…

Die Frage aus Ruths Kommentar, ob ich den Blog auch schreiben würde, wenn ich sprechen könnte, habe ich mir noch nicht gestellt. Nach einigem Überlegen glaube ich aber schon. Das Bedürfnis, meine Gedanken und Gefühle zu formulieren, um Klarheit zu gewinnen, hätte ich sicher auch gehabt. Vielleicht hätte ich mehr darüber geredet, mit Christine zumindest. Aber es niederzuschreiben wäre trotzdem zur Klarheit wichtig gewesen. Wenn ich den Blog mangels Bedarf nicht geschrieben hätte, wäre mir jedenfalls etwas entgangen. Wie Ernstl geschrieben hat: Das Sich-Öffnen tut einfach gut und bringt Nähe, auf die ich nicht mehr verzichten will.

10.3.18 22:45

Letzte Einträge: 15.5.2018, 17.5.2018, 18.5., 20.5.2018, 21.5.2018, 22.5.2018

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ernstl (11.3.18 11:05)
Wie klar Du zum Ausdruck bringst, was Dich im Moment am meisten beschäftigt und belastet, ist beachtlich und berührend. Wir wünschen Dir von Herzen, dass sich Fieber und Schwäche legen, sodass Du Deine Zeit so nutzen kannst, wie Du es auch gerne möchtest.

Ich bin überzeugt, dass Du den Blog sicher unter allen Umständen begonnen hättest. Du bist mein Seelenbruder und das beruht auch sehr auf dem Umstand, dass etwas in Sprache zu fassen für uns beide für die eigene innere Hygiene und Kraft von großer Bedeutung ist. Ich kann natürlich nicht in Dich hineinschauen, aber ich empfinde es so, dass "etwas in Worte zu fassen" dazu beiträgt, es aus dem Bauch (=dem blanken Ausgeliefertsein von inneren IMpulsen und Emotionen) in den Verstand zu bewegen. So bleibt zwar auch alles wahr, was ist, aber es geht gleichzeitig auf Distanz. Worte können helfen, Dinge in uns an einen passenden Platz zu bringen, wo wir besser damit umgehen können.
Seelenbruder. Ja, das bist du.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen