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7.5.2018

Mir ist der Gedanken bzw. die Frage gekommen, ob ich mit dem Tod auch dann so einverstanden wäre, wenn ich überzeugt wäre, dass dann alles aus ist. Nach einigem Nachdenken bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Wenn es mir aktuell so schlecht geht wie zum Beispiel am Mittwoch, sicher. Wenn es mir besser geht, vielleicht nicht – ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich froh, dass ich auf ein schönes Danach vertraue, bzw. damit rechne.

Heute habe ich mich ein bisschen schwächer gefühlt als gestern.

Weil ich heute wieder lang mit dem Aushusten gekämpft habe, ist mir ein Gedicht eingefallen, das vor längerer Zeit in einem Kommentar war (Rilke wieder einmal, ein Sonnett). Ich zitiere nur den ersten Absatz:

Atmen, du unsichtbares Gedicht !
Immerfort um das eigne
Sein rein eingetauschter Weltraum. Gegengewicht,
in dem ich mich rhythmisch ereigne.

7.5.18 23:48

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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Patricia (8.5.18 00:30)
Ich finde, dass "Mittwoch ging's mir schlechter" auch schon ein schön aufheiternder Gedanke sein kann. Das habe ich mal weinend zu einer Freundin gesagt, die mich in einer emotional schweren Zeit unterstützt hat und dann haben wir darüber gelacht wie absurd der Satz ist, wenn es einem gerade offensichtlich auch absolut nicht gut geht.
Sie hat sogar ein Bild von Kronprinz Rudolf gemalt, der überlegt, sich zu erschießen und dann "Mittwoch ging's mir schlechter" denkt.
https://imgur.com/euJ1oe9


Logo (8.5.18 18:15)
Womit wir bei der Gretchenfrage angekommen sind, bzw. der sokratischen, bzw. einer der wenigen wichtigen menschlichen Fragen.
Ich für meinen Teil, und ich habe mich ja schon als Ungläubigen geoutet, sehe das so: Intellektuell schreckt mich der Tod nicht, denn er ist ja nur Schlafes Bruder. Höchstens schreckt mich beim Nachdenken die Sorge eines unangenehmen Todes, langen Dahinsiechend etc., denn das würde die Schlafverwandtschaft stören.
Emotional ist das natürlich etwas anderes. Ich gestehe, ich zögere ja auch den Schlaf wo es geht hinaus. Wegen des Versäumens, das wir ja schon einmal besprochen hatten. Obwohl, wie ausgeführt, ich ja als Ungläubiger im Nachhinein nichts versäumt haben kann, kann ich das morgen im Bezug auf heute, im Alter im Bezug auf die Jugend durchaus haben
Seelig also, die glauben können. Hüte diesen Schatz, der Dir gegeben ist.
Und danke für den Hinweis und die Möglichkeit, sich mit diesen Fragen wieder einmal auseinandersetzen zu können / müssen. Wenn mir das Leben auch grosso modo sinnlos scheint, so wie eine ewige zwar schöne aber zwecklose Tarockpartie, so versieht diese Anleitung zum Nachdrnken zumindest für mich Deinen Tod - Du verzeihst - in gewisser Weise mit Sinn. Denn er ist ein deutlicher Anlass zum Innehalten und Reflektieren. Ich hoffe, das ist verständlich ausgedrückt.
Danke dafür, Logo!


Sabine (8.5.18 18:48)
Das Leben als Tarockpartie ... nun, dann soll es eine so ungezwungene, heitere, einzig der Lust am Zusammensein gewidmete Tarockpartie sein, wie wir Geschwister sie in den letzten 16 Jahren so oft zelebriert haben.
Eigentlich wollte ich aber auch einmal ein Gedicht zitieren. In einem alten Geo-Heft über den Tod, das Hannes ausgegraben hat, beschließt die letzte Strophe einen Text über die Seele. Und so gut ich das Gedicht auch kenne (viel zitiert und "abgedroschen", wie es ist) und so sehr ich es liebe – damit hat es eine neue Bedeutung bekommen. Es ist die "Mondnacht“ von Eichendorff. Die Vertonung von Schumann, die selbst schon ein bisschen Himmel und Zuhause ist, muss man sich dazudenken.

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogten sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Christoph, das wirst du tun. Du wirst nach Haus fliegen, über die Hinterhainbacher Wienerwaldbuchenwälder. "Immer nach Hause.“


Evi (8.5.18 20:56)
Lieber Christoph,
der letzte Satz von Sabine „immer nach Hause“ klingt wunderschön und tröstlich. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen!
Es ist wieder an der Zeit für all deine Einträge danke zu sagen - wenn positiv, freue ich mich ungemein. Wenn weniger, bin ich dankbar dennoch von dir zu lesen, um dich mit viel positiver Energie unterstützen zu können. Und danke für deinen subtilen Humor, der dir trotz deines Leidens nicht verloren ging. Sonne und Vogelgesang genießt du immer wieder, davon wünsche ich dir eine große Portion! Genieße den Garten und alles rund um dich was dein Herz erfreut, alles Liebe!

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